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iTBra – ist der intelligente BH bald da? Ein Wearable im BH könnte Frauen zukünfitg bei der Selbstuntersuchung unterstützen und so einen wetvollen Beitrag zur Brustkrebsfrüherkennung leisten.

Das gesetzliche Programm zur Brustkrebsfrüherkennung bietet Frauen ab 30 Jahren die Möglichkeit einer jährlichen Tastuntersuchung beim Arzt. Frauen zwischen 50 und 69 Jahren werden zudem alle zwei Jahre zum Mammographie-Screening in ein spezialisiertes Untersuchungszentrum eingeladen. Die Kosten dafür übernehmen sowohl die gesetzlichen als auch die privaten Krankenkassen.

Was können Frauen selbst in Sachen Früherkennung tun?

Neben der Selbstuntersuchung der Brust könnte in Zukunft vielleicht das Tragen eines Wearables im BH einen wertvollen Beitrag zur Krebsvorsorge leisten.

Die Firma Circadia Health hat mit iTBra ein Produkt am Start, das aus meiner Sicht das Potenzial hat, Frauen bei der monatlichen Selbstuntersuchung zu unterstützen. iTBra besteht aus zwei mit Sensoren ausgestatteten Patches, die in die BH-Körbchen eingelegt werden. Gemessen werden u. a. die Temperatur im Brustgewebe sowie Gewichtsveränderungen. Diese Daten werden gesammelt und übers Smartphone anonymisiert an Circadia Health übermittelt. Sobald genügend Daten vorliegen, werden sie von einer lernenden Software analysiert. So wird im Laufe der Zeit regelmäßig erfasst, ob es Veränderungen im Brustgewebe gibt. Auf Wunsch werden die Ergebnisse direkt an den Arzt weitergeleitet.

Mein Fazit:

Es ist höchste Zeit für innovative Lösungen zur Brustkrebs-Früherkennung! Und der iTBra ist eine ziemlich geniale Idee, wenn man bedenkt, wie viele Frauen die Selbstuntersuchung mit Abtasten der eigenen Brust nicht oder nicht regelmäßig machen.

Wir haben dazu mal eine Umfrage im Blooger-Pool unserer Schwester-Agentur t5content gestartet:

80 Frauen im Alter von 18 bis 57 Jahren haben uns Fragen zum Thema Brustkrebsvorsorge beantwortet. Wir haben u. a. gefragt, ob sie regelmäßig (einmal im Monat) eine Selbstuntersuchung mittels Abtasten ihrer Brüste durchführen? Das haben 56% bejaht. Von den 44%, die es nicht machen, wollten wir wissen, warum nicht. Die mit knapp 68% häufigste Antwort war „Ich vergesse das einfach immer“, dicht gefolgt von der Antwort „Ich weiß gar nicht, wie das eigentlich genau geht, weil es mir niemand gezeigt hat“, die immerhin ein Viertel der Befragten gegeben hat!

Wir haben in der Umfrage auch kurz skizziert, was iTBra ist und wollten wissen, auf welches Interesse bzw. welche Akzeptanz so ein Tool bei den Frauen stößt. Das Ergebnis war beeindruckend! Hier zwei Begründungen von Befürworterinnen, die mit fast 90% eindeutig in der Überzahl waren:

„Ich liebe solche Spielereien – wenn sie außerdem einen guten und sinnvollen Zweck haben wie dieses Wearable, würden sicherlich weniger Frauen die regelmäßige Tastuntersuchung vergessen. Außerdem wäre man vielleicht nicht mehr so unsicher, ob alles in Ordnung ist, weil man nicht nur den subjektiven Vergleich zur letzten Tastuntersuchung hat, sondern daneben auch einen objektiven Vergleich.“

„Gerade das Brustgewebe ist als Drüsengewebe selbst oft nur schwer zu beurteilen. Natürlich entwickelt man über die Zeit hinweg ein Gefühl für die eigene Brust, nichts desto trotz kann man sich oft nicht sicher sein, ob eine Veränderung nun Zyklusbedingt oder krankhaft ist. Hat man generell schon eine sehr knotige Brust, fällt es umso schwerer diese richtig zu beurteilen. Ein Hilfsmittel dahingehend für eine regelmäßige Untersuchung zuhause wäre ideal.“

Unter allen Kommentaren gab es lediglich 1 kritische Stimme:

„Ich bin der Meinung, dass Daten auch verfälscht werden können und sich dadurch Befürchtungen einstellen. Ähnlich dem System Angel Care, das einerseits vor plötzlichem Kindstod warnen soll, auf der anderen Seite aber Panik schürt, wenn blinder Alarm ist. Ich glaube, dass man sich eher auf seine eigene Körperwahrnehmung verlassen soll, anstatt sich der Technik auszuliefern.“

Diese Befürchtung ist absolut nachvollziehbar. Aber die Mehrheit der befragten Frauen sehen für sich einen großen Nutzen in so einem Device und es gibt ganz konkreten Bedarf!

Bis dieser intelligente BH in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufgenommen wird, ist es allerdings noch ein weiter Weg. Schließlich muss diese innovative Methode erst einmal in klinischen Studien beweisen, wie zuverlässig und genau sie im Vergleich zu etablierten Verfahren ist. Aber die Idee, Krebsfrüherkennung durch ein Health Gadget auch für die wachsende Anhängerschar der Quantified-Self Bewegung attraktiv zu machen, ist toll.

Weitere Infos über iTBra gibt es hier.

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Mit rund 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist Brustkrebs nach wie vor die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Im Gegensatz zu den meisten anderen Malignomen tritt das Mammakarzinom wesentlich früher auf: Fast 30 Prozent der betroffenen Frauen sind bei Diagnosestellung jünger als 55 Jahre.[1]

[1] http://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Brustkrebs/brustkrebs_node.html

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