Innovative mobile EEG-Diagnostik kann die Versorgung von Patienten mit zerebralen Anfallsleiden (Epilepsie) in ländlichen Regionen verbessern.

Zur Epilepsiediagnostik nutzt man die Elektroenzephalografie (EEG), eine Methode, mit der man die Gehirnaktivität aufzeichnen kann. Für die Untersuchung bekommt man eine Elektrodenhaube aufgesetzt. Die Elektroden sind dabei in einem bestimmten System auf der Kopfhaut angeordnet und mit Kabeln versehen, über die die elektrischen Ströme des Gehirns abgeleitet werden. Das Ergebnis ist eine grafische Darstellung, das sogenannte Enzephalogramm. Beim papierlosen oder Computer-EEG wird dieses digitalisiert festgehalten und kann vom Neurologen oder Psychiater am Bildschirm ausgewertet werden. Diese Untersuchungsmethode setzt bislang allerdings auch voraus, dass der Patient in eine entsprechend ausgestattete Einrichtung kommt, in der er wie beschrieben „verkabelt“ wird.

In Oldenburg hat jetzt ein Team aus Wissenschaftlern um den Neuropsychologen Prof. Dr. Stefan Debener eine mobile EEG-Technologie namens cEEGrid entwickelt, bei der miniaturisierte Elektroden hinter das Ohr geklebt werden.

Foto: © ceegrid.com

Wer es genau wissen will, findet hier weitere Infos.

Die Vision der Wissenschaftler: Koppelt man mobile EEG-Systeme mit modernen Kommunikationsmethoden, könnten die Daten auch in abgelegenen Regionen mit geringem technischen Aufwand aufgenommen und über eine Daten-Cloud an eine entfernte Klinik zur Diagnose geschickt werden – ohne dass der Facharzt vor Ort ist. Krankenschwestern in den ländlichen Gemeinden könnten dann auf Grundlage von Ferndiagnosen Behandlungsempfehlungen umsetzen.

Aktuell soll diese Lösung dazu beitragen, in ländlichen Gebieten Pakistans die Epilepsiediagnostik zu verbessern, weil es dort nur etwa einen Neurologen pro 1,4 Millionen Einwohner gibt. Die Wissenschaftler bauen daher gerade das erste Forschungslabor für Elektroenzephalografie an der School for Electrical Engineering and Computer Science in Islamabad auf.

Aber mal ganz ehrlich: Auch bei uns sind in ländlichen Regionen Fachärzte eine „Rarität“. Dazu kommt, dass Menschen, die an Epilepsie leiden, gerade wegen ihres zerebralen Anfallsleidens oftmals gar nicht Auto fahren dürfen. Daher kann ich mir den Einsatz dieser innovativen mobilen Technologie durchaus auch hierzulande sehr gut vorstellen.

Das berichtet die Uni Oldenburg darüber.

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