Ein Kaugummi-Schnelltest soll die Früherkennung von Entzündungen im Mund durch den Patienten selbst ermöglichen.

Selbst Jahre nach dem Setzen von Zahnimplantaten ist es scheinbar noch möglich, dass schwere bakterielle Infektionen wie eine Peri-Implantitis auftreten. Oft werden diese aber nicht unbedingt gleich bemerkt, weil die Nerven beim Eingriff in der Regel zerstört werden. Eine Diagnose ist derzeit nur beim Zahnarzt möglich, was regelmäßige Zahnarztbesuche notwendig macht. Viel einfacher wäre es, wenn es einen Test gäbe, den die Implantat­träger zu jeder Zeit und vor allem ganz einfach ohne technisches Equipment selbst durchführen könnten.
Und genau dafür haben Forscher der Uni Würzburg nun eine geniale wie einfache Lösung entwickelt:

Sie haben in ein Kaugummi einen speziellen Bitterstoff, der an ein Peptid gebunden ist, eingebaut. Dieser Bitterstoff wird von proteolytischen Enzyme, die bei Entzündungen freigesetzt werden, innerhalb weniger Minuten abgespalten und von der Zunge wahrgenommen. So können bakterielle Entzündungen im Mund frühzeitig schnell und einfach vom Patienten selbst erkannt werden. Allerdings scheint die Methode derzeit noch etwas unspezifisch zu sein. Aber an einem spezifischen Marker für Entzündungsprozesse wird seit geraumer Zeit geforscht. Bis das Kaugummi auf den Markt kommt wird es voraussichtlich noch zwei bis drei Jahre dauern, da klinische Studien derzeit noch fehlen.

©Universität Würzburg

Publikation in Nature Communications.

Dieses Beispiel zeigt sehr schön, dass man Früherkennung mit einer genialen Idee nicht nur einfach und preiswert sondern auch “anyone, anywhere, anytime” verfügbar machen. Und damit auch direkt zum Patienten bringen kann.

Wer weiß, vielleicht wird mit Kaugummi-Schnelltests nach Wearables und Disposables gar eine völlig neue Gattung namens Chewables etabliert.

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