Dieses „Kerlchen“ namens Pepper begegnet einem in den medizinischen Fachmedien immer wieder. Ursprünglich mal lapidar als “iPad auf Rädern” bezeichnet, ist Pepper heute weit mehr, nämlich ein 1,20 m großer humanoider Roboter. Künftig könnte er vielleicht auch im Healthcare-Bereich eine ganz neue Form der Therapiebegleitung und Adhärenzförderung ermöglicht.

Ein Roboter der Emotionen erkennt

Pepper wird von dem japanischen Roboterspezialisten Softbank Robotics als Plattform ausgeliefert. Humanizing Technologies verkauft und entwickelt Softwarelösungen für diesen Roboter. Nach Unternehmensangaben ist Pepper der weltweit erste humanoide Roboter, der bei seinem Gegenüber Emotionen wahrnehmen und situationsgerecht reagieren kann.

Mit dieser Fähigkeit wurde nun auch denkbar, dass ein Roboter Patienten beim Management einer chronischen Erkrankung, das von den Betroffenen ein ganzes Leben lang enorm viel Disziplin abverlangt, (inter-)aktiv unterstützt. Und genau das untersucht einem Beitrag der Ärzte Zeitung zufolge nun ein EU-Projekt namens PAL. PAL steht dabei für Personal Assistant for healthy Lifestyle.

PAL soll ein System sein, das Kindern und Jugendlichen mit Typ1-Diabetes im Alter zwischen sieben und 14 Jahren mit interaktiven Lernprogrammen hilft, ihre Krankheit zu verstehen und sie auch selbst zu managen. Erste Projektergebnisse haben wohl gezeigt, dass die Kinder Pepper lieben, Selfies mit ihm machen und sich auch von ihm motivieren lassen, zu den unbeliebten Kontrolluntersuchungen zu gehen. Der Roboter gibt zwar keine Therapie-Ratschläge, er hilft aber dabei, die Erkrankung besser zu verstehen. Dabei setzt er auf Interaktion: In einem Frage-Antwort-Spiel bietet er zum Beispiel einem Kind eine Auswahl alltäglicher Lebenssituationen an wie zum Beispiel die Einladung zu einer Geburtstagsfeier oder eine Dessertauswahl. Das Kind muss die gesündeste Auswahl treffen. Dann gibt es einen Rollenwechsel und der Roboter stellt sich den Fragen.

©Humanizing Technologies GmbH
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