Der Hausarzt ist häufig der erste und anfangs oft einzige Mensch, an den sich Menschen mit einer Depression wenden. Ihm kommt daher eine Schlüsselrolle zu, um Depressionen frühzeitig zu erkennen und ggf. auch zu behandeln. Allerdings liegt ein Allgemeinarzt Studien zufolge bei der Diagnose Depression in nur etwa 42 Prozent der Fälle richtig.

Forscher haben nun mittels einem lernfähigen Computerprogramm 43.950 Fotos auf Instagram analysiert:

Von 166 Nutzern der Social-Media-Plattform erhielten 70 Prozent anhand ihrer Fotos die richtige Diagnose Depression. Das Programm analysierte dafür die Fotos anhand der Farbe, Metadaten und Gesichtserkennungs-Algorithmen.

Depressive Teilnehmer nutzten der Studie zufolge seltener Filter – und falls doch, dann wendeten sie einen Filter an, der ein buntes in ein schwarz-weißes Bild umwandelte. Die gesunde Kontrollgruppe favorisierte hingegen Filter, der Bilder aufhellt.

Die Forscher erhoffen sich von ihren Erkenntnissen eine neue Screening-Möglichkeit für psychische Krankheiten.

Zur Studie geht’s hier.

Mein Fazit:

Grundsätzlich ein ganz spannender Ansatz. Gäbe es bspw. eine App, die den Arzt benachrichtet, um einen Widervorstellunsgtermin zu vereinbaren, wenn sich das Verhalten entsprechend ändert und zwar noch bevor der Patient selbst das Problem erkannt hat, wäre das schon eine hilfreiche Sache. Allerdings setzt das natürlich voraus, dass die Patienten ihre Daten auch kontinuierlich mit ihrem Arzt teilen wollen. Wie viele Patienten so einem Screening ihrer Social Media Aktivitäten allerdings zustimmen würden, bleibt vorerst unbeantwortet.

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