Zur Zeit leben in Deutschland ca. 80.000 Dialyse Patienten. Vorsichtige Schätzungen gehen von bis zu 100.000 Patienten im Jahr 2020 aus.

Die häufigste Form der Dialyse Behandlung ist die Hämodialyse. Bei dieser wird die Entgiftung des Blutes außerhalb des Körpers im Dialysegerät durchgeführt. Das Blut wird so von harnpflichtigen Substanzen, Mineralstoffen, überflüssigem Wasser und Abbauprodukten befreit. Eine Hämodialyse wird in der Regel dreimal wöchentlich in einem Dialysezentrum durchgeführt und dauert jeweils vier bis fünf Stunden.

Die körperliche Belastung ist erheblich

Die Dialysen müssen dem Organismus während der Behandlungszeit Giftstoffe und Wasser in gleicher Menge entziehen, die sonst von gesunden Nieren kontinuierlich entfernt werden. Dies belastet den Körper erheblich. Die Folge sind häufig Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen, gelegentlich auch Übelkeit und Erbrechen. Manche Patienten leiden zwischen den Behandlungen unter Durst, Müdigkeit, Schlafstörungen oder Juckreiz und Taubheitsgefühlen in den Beinen und Füßen. Die ständige Abhängigkeit von der Dialyse empfinden viele Patienten als eine Einschränkung ihres Lebens.

Weltweit erster Prototyp einer künstlichen Niere

Forscher der University of California in San Francisco/USA (UCSF) haben nun den weltweit ersten Prototypen einer künstlichen Niere vorgestellt. Das Gerät ist so klein wie eine Kaffeetasse und wird im Körper implantiert. Das künstliche Organ wird an den Blutkreislauf angeschlossen, benötigt keine Pumpe und keinen elektrischen Antrieb.

Das zu reinigende Blut durchläuft zunächst tausende mikroskopisch kleine Filter, die dem Blut Giftstoffe entziehen. Im zweiten Schritt leitet ein Bioreaktor Zucker, Salze und Wasser zurück ins Blut. Die Abfälle gelangen in die Blase, wo sie über den Urin ausgeschieden werden. Anschaulich wird dies in diesem Video dargestellt.

Klinische Versuche in 2018

Phase 1 & 2 des Projekts wurde bereits abgeschlossen. Ein Prototyp erfolgreich an Tieren getestet. 2018 will das Team um Shuvo Roy die ersten klinischen Versuche im Menschen starten.

Mein Fazit

Definitiv Zukunftsmusik, aber auch wenn man mit einer Marktreife erst in fünf bis acht Jahren rechnen kann, hat dieses Gerät eindeutig Potential, die Lebensqualität von Dialysepatienten deutlich zu verbessern. Auch die Kosten, die geschätzt bei jährlich 40.000€/Patient liegen, dürften damit deutlich reduziert werden.

Weitere Informationen finden Interessierte auf der Homepage des UCSF unter University of California, The Kidney Project

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