Hüft-Airbag-Senioren_HealthcareHeidi_02
®Helite Hip´Air Hüft-Airbag

Ein Gürtel mit einem Airbag, der bei Stürzen die Hüfte schützt: Damit wollen die Entwickler des Hüft-Airbag Hip´Air schwere Verletzungen bei Senioren und allen Menschen verhindern,  die sturzgefährdet sind.

Schauen wir uns das doch einmal genauer an.

In neueren PKWs sind sie ja längst Standard: Airbags – zu Deutsch: Luftpolster –  die sich beim Aufprall in Sekundenschnelle aufblasen und die Personen im Fahrzeug vor Verletzungen schützen sollen. Auch Lawinenrucksäcke sind mit einem Airbag-System ausgestattet und sollen so Wintersportler, die sich abseits der Skipisten aufhalten, bei Lawinenabgängen schützen. Der Lawinenrucksack sorgt im besten Fall dafür, dass der Wintersportler nicht verschüttet wird. Einziger Unterschied: die Airbag-Funktion muss vom Skifahrer selbst ausgelöst werden.

Und jetzt sollen sie auch Teil des Menschen werden und der Sicherheit vor Verletzungen – in erster Linie Hüftfrakturen/Oberschenkelhalsbrüche – dienen. Laut Hersteller erkennt der Hüft-Airbag über Sensoren innerhalb von 200 Millisekunden einen Sturz. Innerhalb von 800 Millisekunden entfalten sich aus dem Hüftgürtel, den die Person trägt, dann zwei Luftpolster, die über einen kleinen Tank mit komprimiertem Gas aufgeblasen werden; und so die Hüften vor dem Aufprall auf den Boden schützen. Das System aktiviert sich mit dem Schließen des Gurtes automatisch.

Wie der Hüft-Airbag Hip´Air funktioniert veranschaulicht das Video ziemlich gut:

Bei sturzgefährdeten Menschen in Heimen wird häufig bereits heute ein sog. Trochanter-Schutz angelegt. Diese Hüftschutzhosen sind mit Protektoren versehen, die ebenfalls zum Ziel haben, Oberschenkelhalsbrüche zu verhindern. Die verbleibenden Restkräfte bei harten Schlägen übersteigen jedoch oftmals und schnell die vermeintlich verträglichen Maße, so dass eine hinreichende Sicherheit trotzdem noch nicht gegeben scheint (Quelle: Jöllenbeck et. al, Hüftprotektoren – Effektivität der Schutzwirkung bei Stürzen).

Mein Fazit:

Tests haben (wohl) gezeigt, dass Hip’Air den Aufprall um bis zu 90% reduziert. Ob es einem gefällt, einen Gurt um den Körper zu legen, ist Geschmackssache. Wenn man jedoch bedenkt, dass fast die Hälfte aller Betroffenen nach einer Hüftfraktur ihre Mobilität und Unabhängigkeit verlieren und gerade im Alter eine Hüftfraktur, aufgrund von nachfolgenden Komplikationen, auch tödlich enden kann, muss man eigentlich über Geschmack nicht diskutieren. Von den Kosten, die dem Gesundheitssystem erspart blieben (Klinikaufenthalte und frakturbedingte Langzeitpflege), gar nicht zu sprechen. Aktuell wird der Hip´Air in Pflegeheimen getestet. Ob der Hüft-Airbag nun besser schützt als die oben erwähnten Hüftschutzhosen wäre interessant.

Weitere Informationen gibt es auf der Website des Herstellers. http://www.hip-air.com/de/

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