Händehygiene im Krankenhaus, ein Thema, das kaum an Aktualität verliert und regelmäßig durch die Fachpresse geht. Ein neues Monitoring-System könnte künftig die Krankenhaushygiene verbessern. 90% der Keimübertragung erfolgt über die Hände [1]. Trotzdessen wird nur jede zweite eigentlich notwendige Händedesinfektion tatsächlich durchgeführt [2]. Die Gründe dafür sind sicher vielschichtig.

Das Logo der GWA Hygiene GmyH
© GWA Hygiene GmbH

Das Stralsunder Unternehmen GWA Hygiene hat sich dieser Problematik angenommen und dafür ein Händehygiene-Monitoring-System entwickelt. Mit Hilfe dieses Systems ist es möglich, das Desinfektionsverhalten nach Station, Spender und Berufsgruppe zu monitoren. Wichtig dabei ist es, dass es nicht auf die einzelnen Personen zuordenbar ist.

 

 

 

Und wie funktioniert´s?

Die Desinfektionsmittel-/Seifenspender werden mit einer Sensorik ausgestattet.

Desinfektions- und Seifenspender mit Sensoren © GWA Hygiene GmbH

Das Pesonal erhält anclipbare Transponder.

Transponder für verschiedene Personalgruppen © GWA Hygiene GmbH

Aktuell werden 2 Daten-Typen erfasst:

Betätigungen nach

  • Stationen
  • Berufsgruppen
  • Desinfektionsmittelspender

Daraus können Trends erkannt werden.

Desinfektionsmittel-Mengen

  • Abgabemenge je Händedesinfektion
  • Füllstand je Desinfektionsmittelspender

Danach kann ermittelt werden, ob die Mindestmengen entommen werden und wann die Spender nachgefüllt werden müssen.

Mit Hilfe dieser Datenerhebung, will das Team von GWA im ersten Schritt dem Hygiene-Team im Krankenhaus eine bessere Handlungsbasis zur Verfügung stellen, so Tobias Gebhardt, verantwortlich für die Geschäftsentwicklung bei GWA Hygiene.

Was bedeutet das für die Händehygiene der Zukunft?

Ärzte und Pfelegpersonal tragen Transponder - Händehygiene

Das ist erst der Anfang. Perspektivisch will das Unternehmen weitere Verknüpfungen herstellen. Hierzu bedarf es weiterer Daten wie bspw. Infektionsquoten, Belegungszahlen und Mitarbeiterausstattung.

„Wenn uns das jeweilige Krankenhaus Zugriff auf diese Daten gibt, können wir zusätzliche Aussagen treffen.“ so Gebhardt.

Der Einsatz des Systems soll das Bewusstsein für die Händehygiene schärfen und somit einen Anstieg des Desinfektionsverhaltens erzielen. Das langfristige Ziel ist die Senkung der nosokomialen Infektionen.

Mein Fazit

Eine kleine Maßnahme mit großen Auswirkungen. Wenn durch das Monitoring der Händehygiene das Bewusstsein dafür geschärft werden kann, hat das meiner Meinung nach einen enorm großen Impact. Tatsächlich kostet das Desinfizieren der Hände nicht sehr viel Zeit, doch es kann einen großen Beitrag zu unserem gesamten Gesundheitssystem im Hinblick auf die Senkung der nosokomialen Infektionen leisten. Ich drücke der GWA Hygiene GmbH auf jeden Fall die Daumen, dass sich das System durchsetzt.

[1] Kramer, A.: Hand Hygiene – Patient and Staff Protection. GMS Krankenhaushyg Interdiszip 2006, 1(1): Doc14.

[2]  Pittet et al.: Effectiveness of a Hospital-Wide Programme  to Improve Compliance with Hand Hygiene. Lancet, 2000, 356: S. 1307–1312

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