Roboterhand, Exosuit, Smarter Handschuh Rapael. Darüber haben wir in diesem Blog bereits berichtet. Die Links zu den Artikeln gibt es am Ende des Beitrags. Jetzt also wieder etwas Neues: ein mobiles Exoskelett, das speziell der robotergestützten Therapie des Oberkörpers nach Schlaganfall dienen soll. Schauen wir es uns einmal an.

Wer hat´s erfunden?

Wissenschaftler des Robotics Innovation Center des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI). Das DFKI entwickelt mobile Robotersysteme, die komplexe Aufgaben lösen können. Nicht nur für die Rehabilitation. Aber eben auch. Das Design der Systeme orientiert sich an Vorbildern aus der Natur. Die Projekte sind öffentlich gefördert oder im konkreten Auftrag der Industrie. Wie dieses Exoskelett. Das wurde in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen rehaworks entwickelt. Und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit knapp drei Millionen Euro gefördert.

Zum Exoskelett

Das hier vorgestellte Exoskelett dient der äußeren Unterstützung des menschlichen Bewegungsapparates. Der Patient oder eine dritte Person können zwischen drei verschiedenen Steuerungsmodi wählen.

  1. Durch die Bewegung des einen Armes bewegt sich der andere mit, d.h. er führt die exakt gleiche Bewegung aus wie der „gesunde“ Arm
  2. Ein Therapeut trainiert eine Bewegung durch Führung ein, das System führt sie danach selbstständig aus.
  3. Der Patient steuert das Exoskelett durch Rest-Muskelaktivität. Das Gerät misst dazu Elektromyograie-Signale. Daraus leitet es die Bewegungsabsicht ab und unterstützt den Patienten in seiner Bewegung intuitiv.

Ein Bild – in diesem Fall ein  Video – sagt mehr als tausend Worte. Deshalb fasse ich mich kurz und empfehle das nachfolgende Video:

Presseinformation des DFKI

Mein Fazit

Robotergesteuerte Unterstützungssysteme gewinnen in der Rehabilitation – wie man auch an den zahlreichen Berichten hier auf HealthcareHeidi sieht – immer mehr an Bedeutung. Im März habe ich an der Stelle auch über die Aufnahme eines solchen Exoskeletts in das Hilfsmittelverzeichnis berichtet (s. unten). Ich bin ganz ehrlich: ich finde es wichtig und richtig, dass es robotergestützte Systeme in der Therapie und Rehabilitation von Schlaganfall, inkompletter und kompletter Querschnittlähmung gibt. Und ich glaube auch daran, dass sie mittel- bis langfristig Erfolg bringen. Ob man seinen Alltag mit einem solchen System „gestaltet“ kann nur ein Betroffener wirklich beurteilen.


Exosuit verbessert Gangbild           Smarter Handschuh Rapael             Roboterhand für Gelähmte

Exoskelett in Hilfsmittelverzeichnis aufgenommen

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