Wissenschaftler der Charité Universitätsmedizin Berlin haben einen Bluttest entwickelt, mit welchem sie exakt den Status der inneren Uhr eines Patienten bestimmen können. Unser biologischer Rhythmus.

Unsere innere Uhr steuert die Aktivität des Herz-Kreislauf-Systems, der Stoffwechselprozesse und viele weitere Funktionen. Unser Biorhythmus beeinflusst viele Vorgänge in unserem Körper: Schlaf und Tagesaktivität, Leistungsvermögen und Köpertemperatur.

Nichts Neues, denken Sie jetzt? War Ihnen bewusst, dass auch die Verträglichkeit und Wirksamkeit von Medikamenten davon abhängig ist, ob Sie sie nach Ihrem Biorhythmus einnehmen oder nicht?

Wirkung verbessern

Ein internationales Forscherteam der Charité Berlin identifizierte besondere Biomarker im Blut, die für die innere Uhr charakteristisch sind. Mit speziellen Computeralgorithmen isolierten sie zwölf Gene, die verlässlich die innere Uhr eines Menschen anzeigen. Wer konkret weiß, wann sein Körper auf Hochtouren arbeitet, kann – so die Theorie – bei der Medikamenteneinnahme unerwünschte Nebenwirkungen vermeiden und die Wirksamkeit steigern.

Prof. Kramer, Institut für Medizinische Immunologie der Charité Berlin, ist überzeugt, dass die Chronotherapie der konventionellen Therapie oft überlegen ist. Wegen fehlender diagnostischer Möglichkeiten wurde sie bisher selten angewandt. Mit diesem Test konnte nun gezeigt werden, dass die Tageszeit bei Therapie und Diagnose viel mehr an Bedeutung gewinnen muss.

Die Wirksamkeit der personalisierten Chronotherapie soll nun in Folgestudien nachgewiesen werden. Die Originalveröffentlichung der Forschungsarbeit finden Interessierte hier: JCI-Journal of Clinical Investigation

Mein Fazit

Die Chronotherapie ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Berücksichtigung biologischer Rhythmen im klinischen Alltag zu einer personalisierten Medizin beitragen kann. Weiß man, wann ein Wirkstoff beim Patienten besonders wirksam ist, kann man die Wirkung der Behandlung optimieren und gleichzeitig das Risiko von Nebenwirkungen senken. Auf diese Weise könnten unter Umständen Krankenhausaufenthalte deutlich verkürzt werden, was sowohl im Sinne des betroffenen Patienten wäre wie auch der Krankenkassen, die an der Stelle vermutlich viel Geld sparen können.

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