Smarte Hautkrebsfrüherkennung mit der App SkinVision

Die App SkinVision gibt mittels eines klinisch getesteten Algorithmus schnell und einfach Auskunft über ein niedriges, mittleres oder hohes Hautkrebs-Risiko.

Die Drogeriemärkte sind voll: Bodylotionen, Cremes, Masken oder Peelings füllen in Reih und Glied die Regale. Die Auswahl für den Verbraucher ist groß. Unsere Haut wird als größtes Organ sprichwörtlich gehegt und gepflegt. Den Muttermalen wird dabei oft viel zu wenig bis gar keine Beachtung geschenkt. „Hautkrebs? Das trifft mich schon nicht“, mag so manch einer denken. Doch dabei gehört Hautkrebs zu den häufigsten Tumorerkrankungen. Jährlich erkranken allein in Deutschland schätzungsweise rund 200.000 Menschen an Hautkrebs. Das tückische: Hautkrebs ist meist beschwerdelos. Die eigene Haut gut zu kennen und zu beobachten ist deshalb das A und O. Denn es gilt: Je früher Hautkrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Smarte Unterstützung kann dabei die App SkinVision leisten.

So funktioniert SkinVision

Schnell das Smartphone gezückt, ein Foto vom Muttermal gemacht und in die App hochgeladen, erhält der Nutzer innerhalb von 30 Sekunden eine Einschätzung für niedriges, mittleres oder hohes Hautkrebs-Risiko. Wie das geht? Mittels eines klinisch getesteten Algorithmus kann die App Anzeichen von Hautkrebs in Muttermalen und dem umgebenden Hautgewebe berechnen und eine Bewertung vornehmen. Der Algorithmus berechnet dabei die fraktale Dimension von Muttermalen und dem umgebenden Hautgewebe und erstellt eine strukturelle Karte, die die unterschiedlichen Wachstumsmuster der beteiligten Gewebe aufzeigt. Dabei werden die vom Nutzer gemachten Fotos durch die Software mit rund 3,5 Millionen Bildern einer Datenbank verglichen, die zuvor von Dermatologen klassifiziert wurden. Die Muttermale werden auf Unregelmäßigkeiten in Farbe, Struktur und Form überprüft.

Doch mit dieser ersten Einschätzung lässt SkinVision den Nutzer nicht allein. Denn im Gegensatz zu anderen Apps, mit denen man lediglich Hautveränderungen fotografisch festhalten und dokumentieren kann, zeigt diese App innerhalb von 30 Sekunden eine Indikation für niedriges, mittleres oder hohes Risiko an und gibt zusätzlich Ratschläge, welche Hautflecken von einem Arzt überprüft werden sollten. Bei einem Muttermal mit hohem Risiko, wird der Nutzer innerhalb von 48 Stunden von einem Dermatologen kontaktiert und beraten, welche nächsten Schritte zu tätigen sind. Dafür verfügt SkinVision über ein Team an professionellen und erfahrenen Dermatologen.

Ob wenige oder viele Muttermale, ob jung oder alt – SkinVision ist für jeden zugänglich. Und das Beste: die erste Risikoeinschätzung ist sogar kostenlos. Eine einzelne weitere Bewertung kostet 4,49 Euro. Wer die App unbegrenzt nutzen möchte zahlt für ein ganzes Jahr 24,99.

Die App im Selbsttest

Die App kann kinderleicht im Appstore heruntergeladen werden. Nachdem man sich registriert und sein persönliches Profil angelegt hat, kann es auch schon losgehen. Vorneweg der Hinweis, man kann eigentlich nichts falsch machen. Die App führt einen Schritt für Schritt zur Bewertung der ersten Muttermale. Hat man der App die Erlaubnis erteilt auf die Kamera des Smartphones zuzugreifen, muss man die Kamera nur noch öffnen. Natürlich sollte man noch ein Muttermal auswählen, was vielleicht besonders groß ist, komisch aussieht oder man ohnehin schon immer mal untersuchen lassen wollte. In meinem Fall fiel die Wahl auf ein Muttermal am Arm. Ich habe die Kamera geöffnet und sofort ist ein Kreis mit einem Punkt in der Mitte erschienen. Dieser Punkt muss in der Anwendung auf das Muttermal zeigen. Damit die Kamera ein möglichst aussagekräftiges Foto erstellen kann, sollte man das Smartphone rund 20 cm vom Muttermal entfernt halten. Sobald für die App alle nötigen Voraussetzungen erfüllt sind, bilden sich mehrere blaue Kreise nacheinander. Dabei sollte man das Smartphone möglichst stillhalten. Bevor die App eine Bewertung vornimmt werden noch Symptome abgefragt. Hier kann man beispielsweise auswählen zwischen keine Beschwerden, sich ändernd, blutend oder entzündet. Dann wird es ganz kurz spannend bevor die Bewertung erscheint. In meinem Fall war die Einschätzung für das Hautkrebsrisiko niedrig. Zusammen mit der Einschätzung erhält man zudem noch Ratschläge, welche nächsten Schritt zu tun sind. Hier wird einem unter anderem geraten, den Hautfleck regelmäßig zu überprüfen. Das Foto kann in der App gespeichert werden. Neben der Risikoeinschätzung der Hautflecken kann mittels der App zusätzlich der eigene Hauttyp erstellt werden.

Wer steckt hinter der App?

SkinVision ist ein Start-Up-Unternehmen mit Sitz in den Niederlanden, wurde 2012 ins Leben gerufen und verfolgt das Ziel, Menschen bei der Früherkennung von Hautkrebs zu unterstützen. Dabei basiert SkinVision auf umfangreichen klinische Studien, die in Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) erstellt wurden. Rund 1,2 Millionen Menschen nutzen die Technologie bereits.

Mein Fazit

Mit SkinVision können Anwender die eigene Haut besser kennenlernen und bekommen ein Gespür für mögliche bösartige Veränderungen. Nicht zuletzt sensibilisiert die App für Hautkrebs und der Anwender nimmt selbst eine aktive Rolle ein. Für die Beobachtung und die erste Bewertung von Muttermalen und Leberflecken ist diese App sicherlich eine gute, einfache und bequeme Möglichkeit. Den persönlichen Besuch bei einem Hautarzt, ob bei Unsicherheiten oder zur finalen Diagnosestellung ersetzt diese App aber wohl nicht.

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