Weltweit sterben jährlich ca. 600.000 Menschen an Malaria, etwa drei Viertel von ihnen sind Kinder unter fünf Jahren.[1] Eine schnelle und zuverlässige Diagnose ist daher entscheidend. Mit herkömmlichen Methoden ist das nur mit Einschränkungen möglich. Das Minimic, eine Erfindung aus‘m Ländle, könnte das ändern.

Das herkömmliche Auszählen von Zellen, die von einem Malaria-Erreger befallen sind, in einem ausgestrichenen, angefärbten Tropfen Blut unterm Mikroskop ist mühsam und sehr zeitaufwändig. Zwar gibt es seit einigen Jahren Schnelltests auf Malaria. Diese geben aber nur Auskunft darüber, ob ein Mensch Erreger im Blut hat, nicht aber wie viele es sind. Aber genau das ist eine ganz entscheidende Information mit u. U. erheblichen Konsequenzen für die Betroffenen. Denn nicht jeder, der Malaria-Parasiten in sich trägt, erkrankt auch zwingend an Malaria. Das führt dazu, dass andere Ursachen für hohes Fieber bei positivem Schnelltest außer Acht gelassen werden. Die Konsequenzen können fatal sein, wenn so bspw. eine bakterielle Infektion unbehandelt bleibt.

Minimic ist schnell und schlau dank künstlicher Intelligenz

Das Stuttgarter Unternehmen Intuity Media Lab GmbH hat sich daher gefragt, warum ein Mikroskop nicht gleich das aufwändige Zählen und Auswerten mitübernehmen kann. Ergebnis der Überlegungen ist nun ein vollautomatisches, intelligentes trainierbares Mikroskop, das den Namen Minimic trägt.

Person sitz am Laptom und betrachtet die Ergebnisse von Mimimic, einem kleinen kompakten und intelligenten trainierbaren Mikroskop zur Malaria-Diagnostik
© Intuity Media Lab GmbH

„Bei unserer Entwicklung Minimic handelt sich um ein kompaktes, vergleichsweise günstiges Lichtmikroskop, das nicht nur winzige Objekte vergrößert, sondern auch erkennt und zählt”, beschreibt Markus Turber, Geschäftsführer von Intuity Media Lab, das Gerät.

© Intuity Media Lab GmbH

Die Bildanalyse erfolgt mittels einer integrierten KI, die führende Malaria-Experten trainieren und über eine Cloud teilen. Durch das kontinuierliche Training der Software erreicht Minimic inzwischen eine vergleichbare Trefferquote wie Spezialisten, die mit Hochleistungslinsen arbeiten.

„So lernt unser Minimic, die unterschiedlichsten Proben zu erkennen und auszuwerten und wird dadurch selbst zum Experten“, erläutert Dr. Henning Falk, Biologe bei Intuity.

Wo herkömmliche Mikroskope den Nutzer mit der Interpretation von mikroskopischen Proben alleine lassen, liefert das Minimic die Analyse gleich mit. Das spart Zeit und garantiert zuverlässige Ergebnisse auch bei unerfahrenen Anwendern.

Fazit:

In Größe und Form erinnert mich das Minimic ja ein bisschen an diese kleinen Kapsel-Kaffeemaschinen. Mit einem herkömmliche Mikroskop hat es jedenfalls rein optisch nicht viel gemein. Okulare, die ein Mikroskop so typisch machen, und die normalerweise für die  direkte Betrachtung der Blutprobe notwendig sind, braucht das Minimic nicht. Hardware und Optik sind für die digitale Bildaufnahme, nicht für die direkte Betrachtung optimiert. Es werden günstige Komponenten in Verbindung mit einer intelligenten Steuerung verbaut.

„Minimic hat beste Voraussetzungen, um auch für Ärzteteams in den ärmsten Regionen der Erde erschwinglich zu sein.“, meint unsere Ärztin Heidi, die selbst im südlichen Afrika in einer sehr entlegenen Region an einem Krankenhaus gerabeitet hat.

Also von uns gibt es dafür beide Daumen hoch und wir wünschen Minimic viel Erfolg!

[1] https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Malaria.html zuletzt aufgerufen am 30.07.2019

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