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Unser Gehör ermöglicht es uns, unser Umfeld wahrzunehmen, uns zu orientieren und mit anderen zu kommunizieren. Ein beeinträchtigtes Hörvermögen hat deshalb folgenreiche Auswirkungen auf unser alltägliches miteinander. Glücklicherweise gibt es Technologien, die helfen, die Schwierigkeiten eines Hörverlustes zu überwinden. Die Hörkontaktlinse Vibrosonic-Aktor, über die ich bereits 2018 hier berichtet habe, ist in diesem Bereich wegweisend. Daher freut es mich, dass das Projekt weiter voranschreitet. Ein super Anlass, um Euch über die neusten Fortschritte zu informieren.


Hörkontaktlinse Vibrosonic-Aktor: Nächste Projektphase startet

Die vom Mannheimer Start-Up Vibrosonic und seinen Forschungspartnern Fraunhofer-Institut, TU Berlin, Uniklinik Tübingen und auric entwickelte Hörkontaktlinse geht in Kürze in die nächste Projektphase. Es startet die klinische Studie zur Zulassung des Systems mit 20 hörgeschädigten Probanden, denen das Miniaturhörgerät durch einen Arzt auf das Trommelfell gesetzt wird. Verläuft die Testphase positiv, bekommt die Hörkontaktlinse die für Medizinprodukte in Deutschland vorgeschriebene CE-Kennzeichnung. Ein entscheidender Schritt für die 2021 geplante Markteinführung. Das System kommt anfangs nur auf den deutschen Markt. Nach einer Etablierungsphase werden weitere europäische Länder folgen.  

Aktuell ist ein Pilotversuch mit 5 normalhörenden Probanden erfolgreich abgeschlossen worden. Hier wurden Höreindruck und Schallleistung vermessen. Dies kann auch bei normalhörenden Menschen durchgeführt werden, da es sich um objektive Messdaten wie Lautheit, Bandbreite und Anregungsfrequenzen handelt.

Hörkontaktlinse: 85 Prozent aller Schwerhörigen profitieren 

Geeignet ist die weltweit einzigartige Hörhilfe für Menschen mit leichtem bis mittlerem Hörverlust. Das sind rund 85 Prozent aller Schwerhörigen. Sie profitieren vor allem davon, dass die Hörkontaktlinse einen sehr breiten Frequenzbereich abdecken kann. Ein gesunder Mensch hört für gewöhnlich Töne im Frequenzbereich von 20 bis 20 000 Hertz. Bei einsetzender Schwerhörigkeit, auch Hypakusis genannt, nimmt der Mensch zunächst höhere Töne nicht mehr wahr. Genau hier liegt die Stärke des Vibrosonic-Aktor. Durch die Platzierung auf dem Trommelfell kann er Frequenzen bis zu 16.000 Hertz übertragen – also auch sehr hohe Töne. Gerade diese Töne sind für das Richtungshören, das Sprachverstehen im Allgemeinen sowie das Erfassen komplexer Hörsituationen wichtig. Konventionelle Hörgeräte können lediglich den Bereich zwischen 200 und 8000 Hertz abbilden.

Mikrosystemtechnik: Hörgerät der Zukunft

Die Hörkontaktlinse Vibrosonic-Aktor ist das erste Hörgerät, das mittels Mikrosystemtechnik gefertigt wird. Das Minihörgerät bietet trotz kleinster Abmessung ein überragendes Hörergebnis. Einzelne Strukturen sind tausendmal kleiner als die Dicke eines menschlichen Haare. Mikrofon, Klangprozessor und eine aufladbare Mikrobatterie sind direkt in die Hörkontaktlinse integriert. Das Hörgerät bleibt immer im Ohr, ein Batteriewechsel ist nicht erforderlich. 

© Hörkontaktlinse Vibrosonic GmbH

Der Vibrosonic-Aktor auf einen Blick:

  • Mikrohörgerät direkt auf dem Trommelfell, von außen praktisch nicht sichtbar
  • Für den Träger kaum zu spüren
  • Kabelloses laden über einen Induktionskopfhörer
  • Deckt breiten Frequenzbereich ab und kommt einem natürlichen Hörerlebnis sehr nahe
  • Geeignet für 85 Prozent aller Schwerhörigen
  • Markteintritt in Deutschland für 2021 erwartet

Mein Fazit

Die Hörkontaktlinse ist ein technischer Meilenstein. Nicht umsonst erhielt die Vibrosonic GmbH den Mannheimer Existenzgründungspreis „Mexi“ für besonders erfolgversprechende Start-Ups. Die Entwicklung der Hörkontaktlinse unterstreicht für mich die Wichtigkeit des Forschungsstandorts Deutschland und seine Rolle in der Mikrosystemtechnik. Die Vorteile des Systems liegen klar auf der Hand und es kann die Hörgeräteversorgung der Zukunft maßgeblich mitgestalten. Daher drücke ich dem Entwicklungsteam für 2021 ganz fest beide Daumen.

Weitere Impressionen zum Projekt und dem „Mexi“ gibts hier.

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