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Das diabetische Fußsyndrom stellt eine der am meisten gefürchteten Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus dar. Nervenschädigungen, Durchblutungsstörungen des Fußes und bakterielle Infektionen sind die drei wesentlichen Faktoren, die zum diabetischen Fußsyndrom führen können. Ifoot ist ein intelligenter Verband, der zur Verbesserung der Versorgung im Bereich des diabetischen Fußsyndroms beitragen will.

Projekt ifoot und das diabetische Fußsyndrom

Das diabetische Fußsyndrom ist nicht heilbar. Nach einer erstmaligen Erkrankung besteht es lebenslang mit aktiven und inaktiven Phasen. Laut dem Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes 20201 führt das diabetische Fußsyndrom zu über 40.000 nicht traumatisch bedingten Amputationen bei Menschen mit Diabetes, wobei die Hälfte der Amputationen durch eine konsequente Versorgung vermieden oder in ihrem Ausmaß begrenzt werden könnte. 

Und genau hier setzt das Projekt ifoot der Hochschule Niederrhein an: die konsequente Versorgung des diabetischen Fußes durch eine neue Art der Versorgungsdokumentation, eine verbesserte Behandlung durch den Einsatz von Sensorik und die Möglichkeit einer intersektoralen kommunikativen Vernetzung durch die Implementierung einer Cloud-basierten Softwarelösung.

Die ifoot eHealth-Lösung

Ein großes Problem des diabetischen Fußsyndroms ist das nicht Wahrnehmen möglicher Verletzungen oder Druckstellen am Fuß aufgrund des mit der Erkrankung einhergehenden, verminderten bis gar nicht mehr vorhandenem Schmerzempfinden.

Diabeteisches Fußsyndrom_Ifoot_HealthcareHeidi01
©ifoot

Mit Hilfe eines „intelligenten“ Verbandes, der – mit Sensoren ausgestattet – die Daten zu Druck, Temperatur, Feuchtigkeit und pH-Wert dem Patienten, Arzt sowie allen am Heilungsprozess Beteiligten per App aufs Handy meldet, sollen eine schnellere und effektivere Behandlung sowie eine schnellere Abheilung der Wunde(n) und weniger Amputationen erreicht werden. Wird beispielsweise der Fuß zu stark belastet, tritt Sekret aus oder steigt die Temperatur im Fuß gibt die App dem Patienten klare Warnhinweise und informiert den Arzt über eine Cloud-Software, sodass er den Patienten frühzeitig in seine Praxis bitten kann.

Ziel ist es, durch die optimierte medizinisch-pflegerische Versorgung den Heilungsverlauf frühzeitig zu verbessern, idealerweise zu verkürzen und eine Optimierung des Outcomes – weniger Amputationen und eine höhere Abheilungsrate – zu erreichen. Nicht zuletzt soll durch ifoot auch die Kooperation und Kommunikation zwischen Ärzten, anderen therapeutischen Fachgruppen, Betreuenden, Pflegenden sowie dem Patienten selbst gefördert und verbessert werden.

ifoot wird mit Mitteln des Landes NRW und der EU im Rahmen des OP EFRE NRW 2014-2020 gefördert und wurde 2020 für den bytes4diabetes-Award der Berlin-Chemie AG nominiert.

Mein Fazit

Die Behandlung eines aktiven diabetischen Fußsyndroms ist langwierig und teuer. Bundesweit lagen die Kosten bereits 2016 bei ca. 2,5 Mrd. Euro pro Jahr2.  Komplikationen, die bei der Behandlung auftreten, sind der hauptsächliche Grund für die Einweisung in ein Krankenhaus sowie für Amputationen an den unteren Extremitäten.

Da Amputationen vor allem in höherem Lebensalter auftreten, kann man durch den demografischen Wandel und der damit einhergehenden steigenden Anzahl älterer Patienten mit diabetischem Fußsyndrom wohl auch von steigenden Zahlen bei Amputationen der unteren Extremitäten und damit steigenden Kosten ausgehen.

Sicher stehen digitale Projekte wie ifoot im Spannungsfeld der DSGVO. Womit sich gewisse Hürden auftun. Sie werden aber die Versorgung von Menschen mit Diabetes in den kommenden Jahren radikal im positiven Sinn verändern. Decision-Support-Systeme, Closed-Loop-Systeme, Health Apps und eben intelligente Kommunikationslösungen wie ifoot. Deshalb: Daumen hoch für dieses Projekt. Möge es schnell zum Erfolg kommen und die Lebensqualität Betroffener deutlich verbessern.

Projekt-Flyer iFoot


Gute Ansätze gibt es in diesem Bereich übrigens einige. 2018 berichteten wir zum Beispiel über das US-Unternehmen Podimetrics, das eine Schaumstoff-Matte mit 2.000 Sensoren zur Temperatur-Früherkennung entwickelt hat. Das System ist aktuell jedoch nur für ausgewählte Patienten in den USA erhältlich. Und erst kürzlich berichtete mein Kollege Julian über die intelligente Schuheinlage Orpyx, die kontinuierlich den Druck auf die Fußsohle, die Temperatur und die Bewegung mittels integrierter Sensoren misst. Wann die Einlage verfügbar sein wird, ist nicht bekannt.

Interessant sind diese beiden Ansätze auf jeden Fall.

Fußulzera: Fußmatte entdeckt Rezidive?

Intelligente Schuheinlage Orpyx SI


1 https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Stellungnahmen/Gesundheitspolitik/Gesundheitsbericht_2020.pdf

2 https://www.monitor-versorgungsforschung.de/Abstracts/kurzfassungen-2016/mvf-02-16/Diab-Fuss

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