Das Portable Eye Examination Kit (PEEK) für´s Smartphone In vielen Teilen der Erde leben Menschen in bitterer Armut. Schlechten Hygienebedingungen und fehlende Aufklärung sind oft Ursache für Krankheiten, an denen vor allem Kinder leiden und sterben. Ärzte oder medizinische Helfer mit teuren und komplizierten Geräten, die helfen könnten, sind schlichtweg nicht verfügbar oder bezahlbar.

Hier können smarte Tools wie das Portable Eye Examination Kit (PEEK) extrem hilfreich sein. PEEK wird derzeit von einem Team der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen in Mali getestet, um Kinder mit zerebraler Malaria zu diagnostizieren.

Das tolle an PEEK: Die Technik ist so verblüffend einfach, dass sie nach ein paar Tagen Schulung offenbar auch von jedem nicht-spezialisierten Mediziner verwendet werden kann.

Die Lösung basiert auf dem Wissen, dass bei einigen Erkrankungen wie bei zerebraler Malaria die Netzhaut ein Spiegel dessen ist, was im Gehirn passiert. Ist eine Biopsie im Gehirn nicht möglich, kann man mit PEEK die typischen Veränderungen an der Netzhaut, die sog. Malaria-Retinopathie, ablesen. So wird diese gefährliche Krankheit, die unbehandelt zum Tod führen kann, aber klinisch schwierig von anderen Erkrankungen unterscheidbar ist,einfach, billig und zugänglichdiagnostizierbar.

Was genau ist PEEK und wie funktioniert es?

Das „PEEK“-Gerät wird auf ein Smartphone gesteckt. © MSF UK
So funktioniert die Augen-Untersuchung mit PEEK. © MSF UK
  • Bei diesem tragbaren Augen-Untersuchungs-System handelt es sich um ein aufsteckbares Gerät für das Smartphone und eine App.
  • Der PEEK-Aufsatz wird auf ein Smartphone gesteckt. Mit dem eingebauten Licht des Handys leuchtet der Arzt in die erweiterte Pupille des Patienten.
  • Der Aufsatz bündelt das Licht und fokussiert automatisch auf die Netzhaut – das feine Gewebe auf der hinteren Seite des Auges.
  • Das Display des Handys zeigt eine Nahaufnahme der Netzhaut.
  • Diese Bilder werden aufgenommen und abgespeichert.
  • Nun können die Aufnahmen im medizinischen Team diagnostiziert werden, man kann das Bild später nochmals ansehen oder auch via Email an Fachkollegen schicken, um eine zweite Meinung einzuholen.
  • Zusammen mit dem Aufsatz gibt es auch eine App, die alle Notizen zu diesem Fall am Smartphone speichert. So sind alle Informationen zusammen an einem Ort.

Im Moment ist diese Technologie nur als Prototyp im Einsatz, befindet sich aber immer im Freigabeprozess. Es bleibt zu hoffen, dass möglichst bald allen Menschen in entlegenen Gebieten und überall dort, wo teure und komplizierte Geräte nicht einsetzbar sind, Zugang zu PEEK bekommen.  Neben der zerebralen Malaria gibt es übrigens auch noch andere Krankheiten wie Diabetes oder HIV, die mit Veränderungen der Netzhaut einhergehen und für die PEEK ein sehr hilfreiches Diagnose-Tools sein könnte.

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