Heute ist Tag der sexuellen Gesundheit!

Sexuell übertragbare Infektionen (STI) sind wieder drastisch auf dem Vormarsch.[1] Mal abgesehen vom HI-Virus ist das Bewusstsein für Syphilis, Gonorrhö, Chlamydien & Co. in der Bevölkerung nicht sehr stark ausgeprägt. Und weil Betroffene nicht gern darüber sprechen, ist es auch schwierig, die Verbreitung von STI einzudämmen.

Das Zentrum für sexuelle Gesundheit und Medizin „Walk in Ruhr“ in Bochum setzt daher seit diesem Sommer mit einer Lösung darauf, Sexualpartner anonym zu informieren:

Über die Website können Personen, die wissen, dass sie infiziert sind, per SMS oder E-Mail ihre(n) Sexualpartner_innen darüber informieren, dass sie einem erhöhten STI-Infektionsrisiko ausgesetzt waren und sich testen lassen sollten. Dabei kann man zwischen 7 verschiedenen Benachrichtigungstexten wählen wie z. B. „Ein/e Freund_in von Ihnen hat eine Syphillisinfektion und möchte, dass Sie sich testen und behandeln lassen.“ Es folgen eine Telefonnummer und der Hinweis: „Vertraulich“. Als Absender erscheint WalkInRuhr(SMS) bzw. partnernotification@wir-ruhr.de(E-Mail). Somit müssen sich Infizierte nicht selbst outen.

Dieses Angebot geht derzeit durch viele Gazetten und ist grundsätzlich ja auch nicht schlecht.
Aber ehrlich gesagt ist da das Kind doch schon längst in den Brunnen gefallen, oder nicht?

Viel spannender finde ich die Idee von Schülern aus Großbritannien, die darauf basiert, dass Kondome eine bestimmte Farbe annehmen, wenn einer der Sexualpartner mit einem Erreger infiziert ist. Dabei soll die Oberfläche der Kondome mit Molekülen ausgestattet sein, die sich an bestimmte Bakterien und Viren heften. Diese Moleküle lassen den Pariser bei Dämmerlicht in unterschiedlichen Farben fluoreszieren. Der Name der Idee „S.T.Eye“ ist phonetisch an die englisch ausgesprochene Abkürzung STI angelehnt. Den Schülern wurde dafür bereits 2015 der TeenTech-Preis verliehen.

© fotolia.de

Meine Meinung:

Was passiert, wenn das Kondom nach der Benutzung leuchtet, soll an dieser Stelle nicht erörtert werden.
Ob es solche Kondome eines Tages geben wird, steht noch in den Sternen.
Aber mir gefällt an der Idee, dass sich Schüler dieses Alters – die Jungs, die das Konzept für die Kondome entwickelt haben, sind erst 13 und 14 Jahre alt – Gedanken über STI machen.

Vielleicht ein Zeichen, dass Aufklärungskampagnen doch endlich wirken?

 

[1] Bremer V et al. Sexuell übertragbare Infektionen in Deutschland. Die aktuelle epidemiologische Lage. Bundesgesundheitsbl 2017 · 60:948-957.

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