Organspende ist so ein megawichtiges Thema. Aber wer beschäftigt sich schon gern mit dem eigenen Tod?

Foto: Lutz Schmidt

Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, dass ich neben Perso und Führerschein immer auch meinen Organspendeausweis im Geldbeutel bei mir habe. Doch wenn ich mich mit Freunden darüber unterhalte, treffe ich damit oft auf Unverständnis.

Wenn sich Menschen Gedanken zum Thema Organspende machen, kommen viele Fragen auf wie „Bin ich auch wirklich tot, wenn mir Organe entnommen werden?“ oder „Rettet man mein Leben nicht mehr richtig, wenn man sieht, dass ich Organspender bin?“. Daraus resultieren Unsicherheiten und Vorurteile, die Spendenbereitschaft stagniert. Menschen, die dringend auf ein Spenderorgan warten, sind die Leidtragenden.

Mit dem Thema Organspende haben wir uns auch schon beschäftigt und vor einiger Zeit die tolle Kampagne ORGANPATEN für die BzgA entwickelt. Doch trotz aller Bemühungen stagniert die Spendenbereitschaft.

Grund dafür sind die genannten Unsicherheit und Vorurteile sowie die Tatsache, dass bis dato eine zeitgemäße digitale Lösung fehlt, mit der man seine Entscheidung für oder gegen Organspende dokumentieren kann. Studierende der Deutsche Telekom Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL) arbeiten derzeit an einer entsprechend innovativen Lösung in Form einer App, die genau diese Gründe adressiert.

Das kann die App:

  • Die App beinhaltet neben einem umfassenden FAQ-Bereich und einer Besprechung von Vorurteilen auch eine Liste hilfreicher, weiterführender Informationen.
  • Ein Quiz vermittelt außerdem spielerisch Informationen zur Organspende und hilft das eigene Wissen zu testen und das Thema lockerer und positiver wahrzunehmen.
  • Herzstück ist aber der digitale Organspendeausweis, welcher über die App ausgefüllt und in einer gesicherten Datenbank hinterlegt wird. Dabei wurde Wert auf eine einfache Bedienbarkeit und ein strenges Sicherheitskonzept gelegt. Die persönlichen Daten sind einerseits nur nach Login zugänglich und andererseits durch ein zusätzliches Authentifizierungsverfahren vor unbefugten Änderungen geschützt. Das zusätzliche Verfahren setzt auf die Bestätigung aller Eingaben durch ein Selfie mit einem zufällig generierten Code. So können bei der Prüfung des Vorhandenseins eines Organspendeausweises sowohl der Code als auch das Foto verglichen werden, um die Echtheit der Angaben zu bestätigen.

Im nächsten Schritt werden die Studierenden den Prototypen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) vorstellen.

 

Was sind eure Gedanken zum Thema Organspendeausweis?

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