Viele Menschen, die an Migräne leiden, kennen das: Es gibt Lebensmittel, die einen Migräneanfall triggern können. Beim einen ist es ein Glas Rotwein, bei der anderen Schokolade oder bestimmte Käsesorten. Das ist individuell ganz unterschiedlich. Aber warum ist das so? Perfood beschäftigt sich schon einige Jahre intensiv mit dem Thema personalisierte Ernährung. Das Start-up hat sich zum Ziel gesetzt, digitale Therapien für eine ganze Reihe von Erkrankungen zu entwickeln, die eben diesen Kernaspekt der personalisierten Ernährung miteinbeziehen. Den Anfang macht die Migräne App sinCepahela, die wir heute hier vorstellen.


Hintergrund zu dieser besonderen Migräne App sinCephalea

Es gibt Menschen, die sich jeden Morgen ein gehaltvolles Müsli gönnen. Die einen sättigt das einen halben Tag lang. Bei anderen knurrt schon nach einer Stunde wieder der Magen und sie haben Hunger oder sogar Heißhunger. Der Grund dafür ist, dass ein und dasselbe Nahrungsmittel bei jedem Menschen sehr unterschiedliche Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel haben kann. Das führt dann auch dazu, dass manche Menschen in der Annahme sich „gesund“ zu ernähren, trotzdem immer mit ihrem Gewicht kämpfen, und andere eben nicht.

Kohlenhydrate sind der Key

Diese Feststellung hat die im Jahr 2017 gegründete Perfood GmbH dazu bewogen, der Sache auf den Grund zu gehen: Kohlenhydrate sind Bestandteil unserer Ernährung. Nach dem Essen lassen sie den Blutzuckerspiegel ansteigen. Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass dieser Anstieg bei jedem Menschen anders ausfällt und daher auch jeder Mensch anders auf ein und dieselbe Nahrung reagiert. Beim einen steigt der Blutzuckerspiegel stark an, beim anderen bleibt er weitgehend stabil. Verantwortlich dafür ist das Mikrobiom, also die individuelle Zusammensetzung der Darmbakterien. Denn sie tragen bei der Verdauung von Lebensmitteln maßgeblich dazu bei, wie unser Körper auf Nahrungsmittel reagiert. Diese Erkenntnisse waren für Perfood die Basis, zunächst ein Programm für personalisierte Ernährung zu entwickeln. Dabei kann man in einem 2-wöchigen Programm mittels eines Blutzuckersensors testen, wie man auf seine typische Alltagsmahlzeiten reagiert.

Was hat das alles mit Migräne zu tun und wie hilft die App sinCephalea?

Es ist erwiesen, dass Schwankungen des Blutzuckers Migräneattacken auslösen können. Daher sollte der Blutzucker möglichst stabil sein. Wenn man also durch kleine Veränderungen die eigene Ernährung optimiert, kann man dadurch auch Migräneattacken reduzieren. sinCephalea nutzt diesen Zusammenhang zur Prophylaxe von Migräneanfällen und personalisiert die Ernährungsempfehlungen. Klingt total logisch, oder? Soweit die Theorie.

Das wollte ich genauer wissen, weil ich selbst von Migräne geplagt bin. Im Rahmen einer Studie konnte ich sinCephalea testen. In der zweiwöchigen Testphase habe ich verschiedene Testmahlzeiten – so genannte Challenges – gegessen und mit einem Sensor am Oberarm gecheckt, welchen Einfluss bestimmte Lebensmittel auf meinen Blutzucker haben. So konnte ich sehen, dass ich zum Beispiel auf Kartoffeln mit einem enormen Blutzuckeranstieg reagierte. Wohingegen Nudeln und Reis zu geringeren Anstiegen führten.

Parallel dazu habe ich meine Migränesymptome im Migränetagebuch dokumentiert, und auch meine Aktivitäten, meinen Sport, meinen Schlaf und all so was. Zwischendurch habe ich immer wieder Fragebögen beantwortet und über Lektionen Interessantes über Migräne gelernt.

Am Ende habe ich einen Report bekommen mit meinen ganz persönlichen Ernährungsempfehlungen.

Mein Fazit

Die Migräne App hat mir gezeigt, dass es möglich ist über eine personalisierte Ernährung Einfluss auf eine Krankheit zu nehmen. Mir lieferte die Teilnahme an der Studie den sehr überraschenden Erkenntnisgewinn, dass für mich und meinen Blutzucker wirklich nur kleine Anpassungen an meinem bisherigen Essverhalten notwendig sind. Mit dem neuen Wissen kann ich jetzt meine Ernährung ganz leicht und vor allem auch dauerhaft selbst optimieren. Mir hat sinCephalea geholfen, nicht nur die Auswirkungen von Essen auf meinen Körper besser zu verstehen, sondern ich habe auch tatsächlich seit den kleinen Anpassungen in meinem Speiseplan keine schwere Migräneattacke mehr gehabt. Für mich extrem hilfreich, weil ich ohne „Notfallmedikament“ in der Tasche nicht mehr aus dem Haus konnte.

Ausblick

sinCephalea ist inzwischen als Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) zur Prophylaxe von Migräneanfällen beim BfArM gelistet. Das Produkt kann damit in Kürze vom Arzt per Rezept verordnet und die Kosten von der gesetzlichen Krankenversicherung getragen werden.

Wie ich von Dominik Burziwoda, einem der Gründer, erfahren habe, hat Perfood noch weitere Erkrankungen im Blick, bei denen eine Reduktion der postprandialen Blutzuckervariabilität durch personalisierte Ernährungsempfehlungen sinnvoll erscheint. Aktuell läuft eine Studie zu Diabetes Typ-2. Wir sind gespannt!

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